IM RAHMEN DER KUNST

„Ornament und Farbe. Ein orientalischer Sternenteppich
des 15. Jahrhunderts"

Vortrag von Dipl. Ing. Christian Erber, München
Donnerstag, 27.11.2014, 19.00 Uhr, Burgkirche, Saal1, EG
Eintritt: 6.00 Euro

Es ist Kunst, die zu unseren Füßen liegt. In diesem Falle handelt es sich um den weltberühmten „Sternenteppich", geknüpft wahrscheinlich zwischen 1413 und 1626 in Anatolien. Er gehört damit zu den äußerst seltenen Teppichen aus dieser Zeit und bewegt bis heute die Gemüter von Teppichliebhabern weltweit. Christian Erber, international renommierter Teppichkenner und –sammler osmanischer Textilien, stellt den „Sternenteppich" vor und erläutert neue wissenschaftliche Methoden zur Datierung historischer Teppiche. Fragen zum eigenen „Kunst-Werk" daheim? Ausdrücklich erwünscht!

Der Teppich mit dem charakteristischen Sternenmuster und der Flechtbandbordüre wurde wahrscheinlich in Anatolien geknüpft, vielleicht auch in Damaskus oder Kairo. Infolge der Ausbreitung des Osmanischen Reiches vermischten sich stilistische Einflüsse verschiedener islamisch geprägter Kulturkreise, die eindeutige Lokalisierung des Sternenteppichs ist daher schwierig. Entstanden ist er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen 1413 und 1626.

Damit zählt dieser Teppich zu jenen höchst selten erhaltenen, im 15. und 16. Jahrhundert in Europa aber sehr beliebten, kleinasiatischen Teppichen. Sie waren kostbare Ausstattungsstücke für Paläste und Kirchen, importiert wurden sie übers Meer und Venedig. Sie waren so gefragt, dass berühmte italienische, altniederländische oder altdeutsche Maler der Renaissance wie Lorenzo Lotto, Domenico Ghirlandajo, Jan van Eyck, Hans Memling und Hans Holbein d.J. auf ihren Madonnen-Darstellungen oder den Porträts bedeutender Persönlichkeiten häufig orientalische Teppiche abbildeten.

Allerdings reicht die Geschichte der europäischen Faszination, die von den orientalischen Teppichen ausgeht, noch weiter zurück: Bereits in Miniaturen französischer oder italienischer Handschriften wie im „Buch vom liebentbrannten Herzen" des Herzogs René von Anjou, entstanden um 1460, oder nach Boccaccios „La Theseide" belegen die Darstellungen von Teppichen die Ausstattung herrschaftlicher Räume.

Christian Erber, international renommierter Sammler osmanischer Textilien, stellt diesen einzigartigen "Sternenteppich", der sich im Besitz des Bayerischen Nationalmuseums befindet, vor. Erläutert werden die Herstellungsweise wie die charakteristische Ornamentierung im Vergleich zu anderen berühmten, frühen Teppichen. 
Neue naturwissenschaftliche Methoden zur Datierung historischer Teppiche werden erläutert – und Fragen aus dem Publikum gerne beantwortet.

Und so hätte er aussehen können...

Sternenteppich 

 

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