IM RAHMEN DER KUNST

"Georg Büchner erzählt von Franz Woyzeck"

Figurentheater mit Dieter Malzacher
Freitag, 19.09.2014, 19.30 Uhr, Burgkirche, Saal1, EG
Eintritt: frei ("Puppenfutter" wird nicht abgelehnt)

Armut, Unterdrückung und Gewalt – eine uralte Geschichte. Zum Beispiel: Franz Woyzeck! Ein einfacher Soldat, seine Freundin Marie plus ein gemeinsames uneheliches Kind, dazu psychischer und physischer Missbrauch durch sozial Höhergestellte (Hauptmann, Arzt) sowie rasende Eifersucht! Mangels Geld für den Kauf einer Pistole ersticht Woyzeck Marie mit einem Messer am Ufer eines Sees. Soviel zum Plot.

Siehe auch: BILDERGALERIE am Seitenende

Für „seinen" Woyzeck hat sich der Puppen- und Figurenspieler Dieter Malzacher als Erzählerfigur den deutschen Dichter und Dramatiker Georg Büchner selbst ausgewählt. Der verarbeitet publikumswirksam den authentischen Fall des arbeitslosen Friseurs und Perückenmachers Johann Christian Woyzeck zu einem Theaterstück. Dieter Malzachers Woyzeck-Adaption ist also ein Making-of, sein Blick hinter die Kulissen auf einen jungen Dichter und Dramatiker im Kampf mit einem dramatischen Stoff. Zwar rührt Malzachers Bühnenfassung den Text des Büchnerschen Dramenfragments nicht an, komplettiert ihn aber durch eine Rahmenhandlung. So erfährt man viel über die tragische Geschichte von Franz und Marie, über Gewalt, Demütigungen und soziale Missstände, über Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit, psychische Störungen und Eifersucht.

Auch Büchner selbst rückt in den Fokus: Die Zeit, in der er lebt und seine Arbeit an diesem Stück, die nicht nur von Liebe zu den Figuren geprägt ist. Sie kennt auch Abneigung und Auseinandersetzung. Büchners große Fragen, mit denen er beim Schreiben dieses Dramas über soziale Unterdrückung und psychische Grenzphänomene konfrontiert wird, bleiben allerdings unbeantwortet. Aufgrund seines frühen Todes mit 23 Jahren (1837) ist er mit der Arbeit am „Woyzeck" (begonnen vermutlich zwischen Ende Juli und Anfang Oktober 1836) sein Leben lang nicht fertig geworden. Bis heute – um mit Heiner Müller zu sprechen – ist die „Wunde Woyzeck" aktuell. Sie blutet immer noch.

Dieter Malzachers Ein-Mann-Figurentheater wurde 1990 gegründet. Gefördert vom Land Rheinland-Pfalz, spielt er inzwischen deutschlandweit an großen und kleinen Theatern, auf Festivals, in Schulen, Kindergärten, Büchereien und Kulturzentren. Textarbeit, Puppenbau und Spiel liegen bei dem Dürkheimer Schauspieler und Figurentheatermacher in einer Hand. Was Vorteile hat: Seine Mischform aus Schauspiel und Figurentheater erlaubt es ihm, hier den Erzähler zu geben und dort in eine bestimmte Rolle zu schlüpfen, wieder andere Figuren lässt er von ausdrucksstarken Puppen spielen mit dem Ziel, die Fantasie-Maschine des Zuschauers auf Hochtouren zu bringen. So wird, nachlesbar auf der Homepage „Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst", „großes Theater auf kleinem Raum" möglich.

Heidi Gronegger

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www.malzacher-figurentheater.de

 

DIE RHEINPFALZ - Bad Dürkheimer Zeitung, Nr. 198, Mittwoch, 27.08.2014

Malzacher-Text

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