Kunst und Zeitgeist

Die Reihe IM RAHMEN DER KUNST bietet mindestens zwei Mal im Jahr interessante Vorträge zu kunsthistorischen wie gesellschaftsrelevanten Themen – vorgetragen von namhaften Professoren der Universität Mannheim oder Fachleuten, die sich speziell mit Kunst und ihrer gesellschaftlichen Relevanz befassen. Die Bandbreite der Themen: Kunstepochen und Kunstströmungen, von Architektur bis hin zu Mode und Fotografie. Ergänzend dazu bietet der Kunstverein eine vierteilige VORTRAGSREIHE mit der Kunsthistorikerin Eva-Maria Günther M.A. aus Speyer an. Auch sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Kunst zu verstehen ist und welchen Stellenwert sie in der Gesellschaft – angefangen von der Antike bis heute – hat.

IM RAHMEN DER KUNST (2014): Der Condottiere in der Kunst

„Der Condottiere in der Kunst"

Günter Krüger M.A., Universität Mannheim

Donnerstag, 16.01.2014, 19.00 Uhr, Burgkirche, Saal1, EG

Eintritt: 5 Euro

Der Blick von Verrochio's bronzenem Bartolomeo Colleoni in Venedig ist kühn und entschlossen, in Padua steht Donatello's Meisterwerk, das Reiterstandbild von Erasmo da Narni. Auch die bekannteste Porträtmalerei der Renaissance zeigt einen Condottiere: den hochgerühmten Her­zog von Urbino, Federico da Montefeltro mit seiner noch berühmteren Hakennase.
Condottieri? Sie waren Söld­nerfüh­rer, die im Auftrag Kriege und militärische Kampagnen führten. In Italien (und nirgendwo sonst) handelten sie als selbstständige Dienstleister. Ihre Ware: Gewalt als ein in Geld messbares Wirtschaftsgut. Dadurch kommerzialisierten sie das Kriegswesen. Und es passte gut in die Zeit, stand doch professionelle Kriegs­führung im Italien des Tre­cento und Quattrocento hoch im Kurs. Das Land – ein einziger bunter Flickenteppich von miteinander rivali­sierenden und kriegführenden Mittelmächten, Stadt- und Kleinstaaten, die militärisch einander fürchte­ten. Von dieser Angst profitierten die Condottieri. Einige von ihnen gelangten sogar zu Ruhm und Ansehen. So wäre Guidoriccio da Fogliano längst vergessen, hätte nicht die Stadtrepublik Siena den Künstler Simone Martini mit einem Fresko des siegreichen Feld­herrn beauftragt. Ironie des Schicksals: Weniger die spektakulären Siege, sondern die Kunst bewahrte diese Glücksritter des Krieges vor der Vergessenheit.

Günter Krüger stellt Ihnen berühmte wie weniger be­kannte Condot­tieri vor und beleuchtet anhand ausgewählter Kunstwerke einen der le­bendigsten Abschnitte der italienischen frühneuzeitlichen Geschichte.

IM RAHMEN DER KUNST (2014): Georg Büchner erzählt von Franz Woyzeck

„Georg Büchner erzählt von Franz Woyzeck"

Figurentheater mit Dieter Malzacher


Freitag, 19.09.2014, 19.30 Uhr, Burgkirche


Eintritt: frei ("Puppenfutter" wird nicht abgelehnt)

Seit den Menschen das Leben als beschwerlich erscheint, haben sie in sehnsüchtigen Träumen auf ein besseres Dasein gehofft. Ernst Blochs philosophisches Werk erzählt von nichts anderem. All die Unzulänglichkeiten und Unvollkommenheiten der menschlichen Existenz rufen geradezu nach tröstlichen und hoffnungsvollen Gegenbildern, die uns vom Glück der Geborgenheit berichten. Auf diese Weise ist auch einer der zentralen Menschheitsträume entstanden, der Traum vom irdischen oder jenseitigen Paradies, ein Ort, der absolutes Glück und höchste Seligkeit verspricht. Maler wie Caspar David Friedrich, Gustave Courbet, Auguste Renoir, Paul Gauguin oder Edward Hopper haben in ihren Bildern solche Sehnsüchte immer wieder anklingen lassen. Es sind Versuche, zu beschreiben, was in der Realität noch nicht wahrgeworden ist. Gleichgültig, ob sie ihre Sehnsüchte in der Ursprünglichkeit der Natur zu finden glauben, in den angeblichen Südsee-Paradiesen oder im sorglosen Miteinander zwischenmenschlicher Bezüge – stets wird eine Harmonie ins Spiel gebracht, die für das alltägliche Leben leitmotivische Bedeutung haben soll. Eine, wenn man will, Heils- und Erlösungsbotschaft für den modernen Menschen. Gegen eine Zeit, die auf Vernunft und Rationalität setzt, die unaufhörlich neue Technologien erfindet, gegen eine Zeit, die fordert, dass der Mensch die Natur überwinden und beherrschen müsse, um sich selbst verwirklichen zu können, entsteht eine Kunst, die das andere Leben als eine Stätte bildlich gewordener Sehnsüchte feiert.

IM RAHMEN DER KUNST (2013): Das andere Leben - Sehnsuchtsmotive in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts

„Das andere Leben - Sehnsuchtsmotive in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts"

Alfred Huber, ehemaliger Leiter der Kulturredaktion des „Mannheimer Morgen"

Donnerstag, 14.11.2013, 19.00 Uhr, Burgkirche

Eintritt: 6 Euro

Seit den Menschen das Leben als beschwerlich erscheint, haben sie in sehnsüchtigen Träumen auf ein besseres Dasein gehofft. Ernst Blochs philosophisches Werk erzählt von nichts anderem. All die Unzulänglichkeiten und Unvollkommenheiten der menschlichen Existenz rufen geradezu nach tröstlichen und hoffnungsvollen Gegenbildern, die uns vom Glück der Geborgenheit berichten. Auf diese Weise ist auch einer der zentralen Menschheitsträume entstanden, der Traum vom irdischen oder jenseitigen Paradies, ein Ort, der absolutes Glück und höchste Seligkeit verspricht. Maler wie Caspar David Friedrich, Gustave Courbet, Auguste Renoir, Paul Gauguin oder Edward Hopper haben in ihren Bildern solche Sehnsüchte immer wieder anklingen lassen. Es sind Versuche, zu beschreiben, was in der Realität noch nicht wahrgeworden ist. Gleichgültig, ob sie ihre Sehnsüchte in der Ursprünglichkeit der Natur zu finden glauben, in den angeblichen Südsee-Paradiesen oder im sorglosen Miteinander zwischenmenschlicher Bezüge – stets wird eine Harmonie ins Spiel gebracht, die für das alltägliche Leben leitmotivische Bedeutung haben soll. Eine, wenn man will, Heils- und Erlösungsbotschaft für den modernen Menschen. Gegen eine Zeit, die auf Vernunft und Rationalität setzt, die unaufhörlich neue Technologien erfindet, gegen eine Zeit, die fordert, dass der Mensch die Natur überwinden und beherrschen müsse, um sich selbst verwirklichen zu können, entsteht eine Kunst, die das andere Leben als eine Stätte bildlich gewordener Sehnsüchte feiert.

VORTRAGSREIHE 2013: Gartenträume - Historische Gärten und Parkanlagen

„Gartenträume - Historische Gärten und Parkanlagen“

Vierteilige Reihe mit Eva-Maria Günther M.A., Kunsthistorikerin, Speyer

21. Februar bis 14. März, donnerstags, 19.00 Uhr, Burgkirche, Saal1, EG



Die Reihe entführt Sie zu Gärten und paradiesischen Parklandschaften. Durch ihre Schönheit und Vielfalt, ihre Raumbildung und architektonische Ausstattung sowie ihre Pflanzenauswahl, Pflanzenzusammenstellung und Pflanzenentwicklung sind sie über Jahrhunderte hinweg charakteristisch geblieben. Die Geschichte der Gartenentwicklung wird chronologisch aufgerollt und anhand prägnanter Ensembles dokumentiert: Nach der Einführung in die Gartenkunst stellen sich die Gärten der Renaissance vor – zum Beispiel der Heidelberger Schlossgarten oder die Jardins de Villandry. Die Gartenbaukunst des Barock und Rokoko erklärt sich am besten durch den Parc de Versailles, den Schwetzinger Schlosspark oder den Rokokogarten Veitshöchheim. Dagegen muss man den klassizistischen Garten in Dessau-Wörlitz suchen.
Wir beschränken uns auf europäische Beispiele, die sich zeitgleich mit den Baustilen entwickelten. Asiatische, vorderasiatische oder auch amerikanische Gärten und Anlagen bleiben einer vielleicht weiteren Seminarreihe vorbehalten. Ergänzt wird die VORTRAGSREIHE durch eine KUNSTREISE (23.05.) in den Rokokogarten von Veitshöchheim.

21.02. Einführung in die Gartenkunst
28.02. Die Gärten der Renaissance
07.03. Die Gartenbaukunst des Barock und Rokoko
14.03. Der klassizistische Garten

Kosten (alle vier Abende)
32,00 € für Mitglieder
36,00 € für Gäste und Freunde

Anmeldung
Gerhild Ratz, Telefon: 06322 - 980 943
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bankverbindung
Kunstverein Bad Dürkheim
Konto Nr. 136 994
BLZ 546 512 40
Sparkasse Rhein-Haardt

Ein Wort in eigener Sache: Ich habe die Organisation der VORTRAGSREIHE und der KUNSTREISE/Tagesfahrten mit Frau Günther wieder übernommen.
Bitte – wie gehabt –nur Überweisungen, keine Barzahlungen. Danke. Gerhild Ratz


Teil 1: Einführung in die Gartenkunst
Paradiesisches Urbild

Kunstvoll angelegte Gärten wurden in allen Kulturen der Welt gepflegt. Den Pharaonen im alten Ägypten waren ihre Gärten lieb und teuer, legendär sind die „hängenden Gärten" der Semiramis in Mesopotamien, eines der sieben Weltwunder der Antike. Die Griechen pflegten in „Heiligen Hainen" den Gottheiten geweihte Baumgärten, die Römer legten in großem Stil öffentliche und private Gärten an, die der Erholung dienten. Im ersten Teil der VORTRAGSREIHE führt ein historischer Streifzug zu den wichtigsten Orten der Gartengeschichte. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den mittelalterlichen Anlagen: Die Idee des Gartens vom paradiesischen Urbild, jenem Eden, Arkadien oder Elysium, führt über die ersten Nutzgärten hin zu den Klostergärten des Mittelalters, die mit ihren Heilpflanzen den Beginn der Gartenkunst nördlich der Alpen markieren.


Teil 2: Die Gärten der Renaissance
Das Entrée des Hauses

Die Gärten der Renaissance waren aufgrund ihres Entstehungslandes zunächst italienische Gärten. Im 15. Jahrhundert setzte sich in Italien die philosophische Anschauung des Humanismus durch. Das Individuum mit seinem Denken und seinen Bedürfnissen wurde entdeckt, eine leichte, heitere und nach außen hin geöffnete Ästhetik brach sich Bahn. Das neue Kunstverständnis der Renaissance spiegelte sich auch in der Gartengestaltung wider. Der Garten wurde als das Entrée des Hauses betrachtet und war zur Außenwelt hin geöffnet. Im Gegensatz zu den abgeschotteten Klostergärten befanden sich in den Renaissance-Gärten (wie beispielsweise der Schlossgarten in Heidelberg oder die Jardins de Villandry) nur noch kleine eingefriedete Teile, in denen Haine gepflanzt sowie Lauben und Grotten angelegt wurden. Typisch für die Gärten dieser Zeit waren gerade Wegachsen, terrassenförmige Anlagen, Buchsbaum-Ornamente, heitere Blumenbeete und vor allem viele Fontänen und Wasserspiele. Sie bildeten Ideal- oder Wunschbilder von einem irdischen Paradies. Anhand unterhaltsamer Schilderungen wird die illustre Welt der Renaissancefürsten, die ihre Gartenbesucher mit lustigen Wasserspielereien unterhielten oder opulente Festbankette unter freiem Himmel veranstalteten lebendig.


Teil 3: Die Gartenbaukunst des Barock und Rokoko
Ausdruck des königlichen Absolutismus

Der französische Barockgarten ist eine Weiterentwicklung und Steigerung des Renaissancegartens. Wichtige Merkmale waren weite symmetrische Sichtachsen und geometrische Formen. Alle Blumenarrangements und gärtnerischen Gestaltungselemente mussten dem Gesamtensemble untergeordnet werden. Der pompöse französische Garten, der mit seiner üppigen barocken Gestaltung Einfluss auf ganz Europa hatte, ist eine Schöpfung, wie sie von der Epoche Ludwigs XIV. geprägt wurde. In seiner Vollkommenheit war der barocke Garten Ausdruck des königlichen Absolutismus. Hier erreichte die Gartenkunst zum ersten Mal eine Gleichsetzung mit anderen Kunstgattungen. Anhand einer Auswahl exemplarischer Beispiele solcher Gartenparadiese – in Italien und Frankreich (Parc de Versailles) und im deutschsprachigen Raum (Schlosspark Schwetzingen, Rokokogarten Veitshöchheim) – wird ein herrlicher Einblick in die verborgenen Bedeutungen dieser in ihrer Schönheit geradezu berauschend lebendigen Kunstwerke vermittelt.


Teil 4: Der klassizistische Garten
Natur, die sich entfalten darf

Die Aussage des englischen Gartenbauarchitekten William Kent bringt die Philosophie des englischen Landschaftsgartens auf den Punkt: "Die Natur verabscheut gerade Linien." Die englischen Gartengestalter distanzierten sich bewusst von den strengen Sichtachsen, den geometrisch angelegten Beeten und gezirkelten Buchsbäumchen des französischen Barockgartens. Diese Ablehnung entsprang dem philosophischen Denken der Aufklärung, das in der "Unnatur" der absolutistischen Barockgärten ein Pendant zur Unterdrückung des Menschen sah. Der Garten der freiheitsliebenden Aufklärung wurde nun ganz natürlich wie eine Landschaft angelegt. Die Natur wurde nicht mehr beherrscht und unter bestimmte Regeln gezwungen, sondern sollte sich entfalten können. Die malerischen Gartenbilder sollten stattdessen Assoziationen mit der Antike wecken und so zu einer Bildung des mündigen Betrachters beitragen. Die weltberühmten Parks von Wörlitz und Herrenhausen zeigen, wie auch in Deutschland diese Ideen realisiert wurden.

IM RAHMEN DER KUNST (2013): Bilder der Macht - Über die Ikonographie der frühen Tudorkönige in der zeitgenössischen Bildenden Kunst

„Bilder der Macht - Über die Ikonographie der frühen Tudorkönige in der zeitgenössischen Bildenden Kunst"

Günter Krüger M.A., Universität Mannheim

Donnerstag, 31.01.2013, 19.00 Uhr, Burgkirche, Saal1, EG

Eintritt: 5 Euro

Seiner Macht bewusst, raumgreifend, mit anderen Worten kolossal: Die Pose von Heinrich VIII. (1491-1547) in dem großartigen Staatsportrait von Hans Holbein hat bei der Nachwelt den wohl nachhaltigsten Eindruck aller englischen Könige hinterlassen. Noch immer vermittelt das Gemälde die eindrucksvolle Persönlichkeit dieses schillernden Renaissancefürsten, der England in ein neues Zeitalter führte. Der Kontrast zum Vater, Heinrich VII. (1457-1509) könnte größer indes nicht sein: ein hagerer uncharismatischer Mann, scheinbar ohne jede Eleganz, den Michel Sittow geradezu bescheiden abbildete. Dennoch wird der Begründer des neuen Herrscherhauses, der das Königtum durch seine Magnifizenz aufwertete, als Prototyp der ersten Renaissancefürsten verstanden. Die frühen Tudors waren versierte Staatsmänner die, um Macht und Herrschaft zu legitimieren, sich gekonnt den Mechanismen der sogenannten Prestigepropaganda bedienten, zu der auch die Ikonographie durch die bildenden Künste zugehörig ist. Im Rahmen des Vortrags werden nicht nur die berühmten Staatsporträts und Gemälde, sondern auch die weniger bekannten Holzschnitte und Bilderhandschriften vorgestellt und hinsichtlich der dargestellten Inhalte, Motive und Symbolik interpretiert und gedeutet werden.

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