LITERARISCHE BEGEGNUNGEN mit Dieter Pucher

Donnerstag, 1.12.2016, 19.00 Uhr
Bad Dürkheim, Stadtbücherei, Haus Catoir
Eintritt: 6.00 Euro

"Karl Philipp Moritz (1756 – 1793) sein Leben – ein Roman"

In diesem Vortrag werden drei der wichtigsten und für das kulturelle Profil seiner Zeit ertragreichsten Schaffensbereiche von Karl Philipp Moritz dargestellt:


„Anton Reiser. Ein psychologischer Roman“ Ein Schlüsselwerk der deutschen Romanliteratur. Dieser autobiografische Roman rechnet mit den religiösen und sozialen Umständen ab, in die Moritz hineingezwungen wurde: mit der christlichen Heilslehre des Pietismus / Quietismus und der ausbeuterischen Kinderarbeit in den Handwerksbetrieben. Zugleich geht es dem Autor um eine genaue Analyse der seelischen Folgen, die der junge Anton Reiser aus der schrecklichen Misere seiner Kindheit davonträgt. Peter Handke: „Es ist eine schaurige Härte, nein Schärfe gegen sich selbst in dem „Anton Reiser“, .. die zum Glück dann manchmal auch zum Lachen ist.

“ Karl Philipp Moritz und Johann Wolfgang Goethe waren (zufällig) gleichzeitig in Rom, wo sich zwischen ihnen eine enge Freundschaft entwickelte. Im steten geistigen Austausch zwischen ihnen und anderen gemeinsamen Freunden entstanden die Grundlagen einer klassischen Kunsttheorie, die Moritz maßgeblich ausformulierte und die auch für Goethes Werk entscheidend wurde.

Schließlich das „Magazin zur Erfahrungsseelenkunde“. Moritz gab es über 10 Jahre lang heraus. Es handelt sich um eine Sammlung von realen Fallbeispielen aus dem Bereich menschlicher Grenzsi- tuationen zwischen psychischer und körperlicher Überlastung mit zum Teil erschreckenden Folgen, etwa Suizid. Sein Leitsatz bei der Analyse der Fallbeispiele: „Fakta und kein moralisches (oder religi- öses) Geschwätz.“ Er geht dabei so weit, einen taubstummen Jungen in seinen Haushalt aufzuneh- men, mit ihm täglich „Sprach“ – Übungen zu machen und deren Ergebnisse zu analysieren. Abgesehen von den genannten Arbeitsfeldern des Karl Philipp Moritz, ist die Betrachtung seiner per- sönlichen Entwicklung von der ärmlichen, bedrängten Kindheit bis zum renommierten Professor in Berlin, wo er mit nur 37 Jahren starb, selbst ein spannendes Kapitel des Vortrags.

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