AUSSTELLUNG

Li Erben: Portraits, Standbilder und Fotoreportagen

Li Erben Fotografien

Vernissage: Sonntag, 03.06.2012, 11.15 Uhr, Burgkirche Bad Dürkheim


Mit über 140 Fotos ist die Ausstellung „Gesichter – Szenen – Impressionen" der Fotografin Li Erben eine beeindruckende Werkschau der Grande Dame der deutschen Filmfotografie. Sensibel, persönlich und punktgenau zugleich, war sie die jüngste Standfotografin Deutschlands. Als Fotoreporterin und Portrait-Fotografin begegnete sie weltbekannten Persönlichkeiten wie Marc Chagall, Artur Rubinstein, Patricia Highsmith, Liv Ullmann oder dem Ehepaar Giulietta Masina und Federico Fellini.

Gesichter mit Seele

Zwei Wochen lang sind Tür und Tor der Burgkirche geöffnet, die Aufmerksamkeit gilt dem Deutschen Film der 60er Jahre. Eine fotografische Zeitreise, die eindrucksvoll dokumentiert, was man als 19-jährige talentierte Studentin 1958 beim Film alles werden kann: die erste weibliche und zugleich jüngste Standfotografin Deutschlands. Verpflichtet von Filmregisseur Kurt Hoffmann, fotografiert Li Erben Film-Produktionen wie „Das Spukschloss im Spessart" und „Der Engel der seine Harfe versetzt", sie lernt Nadia Tiller und Ruth Leuwerik kennen. Ihr Filmplakat für „Lampenfieber„ (in den Hauptrollen Bernhard Wicki und Elke Sommer) erhält 1958 einen Preis.

Eine zierliche Frau, die drei Karrieren vorzuweisen hat: Standfotografin, Fotoreporterin und Produzentin internationaler Koproduktionen. Sanft in der Form, aber bestimmend, was ihre Ziele betrifft. Punktgenau klackt der Auslöser ihrer Kamera. So entstehen eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen: der Alltag einer Marktfrau hier, die skurril aufgeblähte Soutane dort, Li Erben schaut der Kartenspielerin beim Gewinnen und Verlieren direkt ins Gesicht. 1968 Wechsel nach Paris. Sie reist zur Foto-Safari nach Afrika, Bild-Reportagen für internationale Zeitschriften wie „Madame", „Paris Match", „Epoca" oder „Brigitte" entstehen. Sie trifft mit Isabell Adjani zusammen und Pierre Richard.

Li Erben ist die Menschen-Seherin — die mit dem besonderen Blick. Und dem Gefühl für den richtigen Moment. Ihre Spezialität: Moment-Aufnahmen mit Langzeit-Wirkung. Wie das Tête-à-tête von George Tabori mit seinem Mäzen, dem bronzenen Bert Brecht vorm Theater am Schiffbauerdamm in Berlin. Oder der Pianist Artur Rubinstein, der mit beiden Händen die ganze Bandbreite seiner Musik zu erklären scheint. Erbens Kamera fängt eine sehr ernste, sehr ausgesetzte Patricia Highsmith ein. Daneben ein sehr junger, sehr verschlossener Peter Handke. Beide Gesichter scheinen bekannt. Und doch sind sie irgendwie anders. Li Erben ist es, die Liv Ullmann und Ingmar Bergmann vor die Linse bekommen hat, für sie lacht ein Marc Chagall sein breitestes Lachen. 1978 und 1984 zwei Begegnungen in Rom mit Federico Fellini und seiner Frau Giulietta Masina. Ausnahme-Fotos entstehen, die nur möglich sind, wenn es zwischen Fotografin und dem „Objekt der Begierde" auch menschlich funkt. In diesem Falle war es Freundschaft.

Im Sicherheitstresor der Bill-Gates-Stiftung zur Bilddokumentation des 20. Jahrhunderts (Seattle, Kanada) lagert eine repräsentative Auswahl ihres Werkes, das Kölner Museum Ludwig verwaltet die einzigen existierenden Abzüge ihrer Arbeiten aus den 50er Jahren. In beiden Fällen fotografische Zeit-Dokumente, die offensichtlich einfach nicht verloren gehen dürfen.

Bildergalerie


Fotos: © Dr. Christina Schloßer, Hans Ulrich Bell, Heidi Gronegger


Siehe auch PRESSE

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