HÄUSER DES JAHRES

Architektur Ausstellung

1. JAHRESAUSSTELLUNG 2013

Sonntag, 21.04. bis Samstag, 04.05.2013, Burgkirche Bad Dürkheim

Noch immer ist für drei Viertel aller Deutschen das freistehende Einfamilienhaus die attraktivste Wohnform. Jedoch nur zwei bis fünf Prozent werden von freien Architekten gebaut. Was an anspruchsvoller, zeitgenössischer Wohnarchitektur möglich ist, zeigte der Architektur-Wettbewerb "Häuser des Jahres", ausgelobt von Callwey Verlag und Deutschem Architekturmuseum (DAM). Die Ausstellung „Häuser des Jahres – Die besten Einfamilienhäuser 2012" präsentierte zehn von 50 Objekten, die die Fach-Jury aus insgesamt 223 Einreichungen ausgewählt hat. Die Häuser stehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Tendenz geht jedoch eindeutig in Richtung Um- statt Neubau, wie Dr. Wolfgang Bachmann, Herausgeber der Architekturzeitschrift "Baumeister" und Jurymitglied des Wettbewerbs, in seinem Vortrag "Das Einfamilienhaus - Aus der Traum?" betont hat. Zwei Architekturbüros aus der Region - Jochen Ziegler (Bad Dürkheim) und Erwin Becker (Neustadt) - lieferten mit drei interessanten (Umbau-)Projekten in Forst, Wachenheim und Kallstadt dazu genügend Anschauungsmaterial. 

Vortrag von Wolfgang Bachmann als PDF zum Herunterladen.

pdfVortrag_Kunstverein.pdf

Gebaute Vielfalt

Ausgelobt wurde der neue Architekturwettbewerb „Häuser des Jahres" erstmals vor drei Jahren von Callwey Verlag und Deutschem Architekturmuseum (DAM) – zusammen mit der Architekturzeitschrift „Baumeister", dem InformationsZentrum Beton und der „Welt am Sonntag. 2011 standen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus der Architekten. 2012 hat man sich eher auf den „genius loci" und das städtebauliche Umfeld konzentriert.
Daraus einen Gewinner zu ermitteln – für die Jury keine leichte Aufgabe. Namhaft besetzt mit Peter Cachola Schmal (Direktor des DAM), Dr.-Ing. Wolfgang Bachmann (Herausgeber „Baumeister"), Prof. Max Dudler (Architekt), Thomas Kaczmarek (InformationsZentrum Beton), Prof. Dr. Wolfgang Pehnt (Architekturhistoriker und –kritiker) sowie Armando Ruinelli (Architekt und Preisträger des Jahres 2011), hat sie am Ende aus 223 Einreichungen die 50 besten Einfamilienhäuser Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gekürt. Wer glaubt, moderne, innovative Architektur finde vor allem in Großstädten wie Hamburg, Wien oder Zürich statt, der irrt: Fast die Hälfte dieser Häuser steht in ländlichen Gegenden. 

Laut Jury-Mitglied Wolfgang Pehnt sind in der zeitgenössischen Architektur zwar viele Handschriften möglich, im „gehobenen Hausbau" jedoch drücken sich mehr als bei anderen Bauaufgaben unterschiedlichste Vorlieben aus. Dies trifft auch für den 2012-Wettbewerb zu: Luzerner Einfamilienhäuser konkurrieren mit Minienergiehäusern in Oberwenningen, Bauernhäuser in Bartholomäberg mit einem Badehaus am Attersee. Die Schutzhütte im Laternsertal ist der Kontrapunkt zu Wohnhäusern in München und Stadthäusern in Köln, die „Volksvilla" in Hamburg-Volksdorf zum Schaffhausener Zweiparteienhaus. Gebaute Vielfalt eben!

Die Ausstellung in der Burgkirche – sie war auch im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt zu sehen – stellte zehn der 50 besten Eigenheime vor. Jedes Haus steht für ein individuelles Budget, diffizile Grundstücksverhältnisse und vertrackte Behördenauflagen. Auf Nachhaltigkeit, innovativen Material-Einsatz, clevere Umbau-Lösungen oder die Einbeziehung alter Bausubstanz hat die Jury besonderen Wert gelegt. Die Projektbeschreibungen sind aussagekräftig und gut illustriert, die Lage- und Architektenpläne selbst für Nicht-Architekten „lesbar". Zugegeben, die Häuser sind ein Glücksfall in Punkto anspruchsvolle Architektur, aber mit Sicherheit ist keines aus der Portokasse zu bezahlen. Und doch liefern sie den Beweis, dass ein Architekt durchaus der Anwalt von Bauherren-Träumen sein kann.

Eine Erkenntnis, die auch das Buch zur Ausstellung unterstreicht. Es ist mehr als nur eine Projekt-Präsentation: ein opulent ausgestattetes Kompendium, eine Quelle der Inspiration. Alle 50 Häuser werden durch detaillierte Projektbeschreibungen vorgestellt, Fotos, verständliche Lagepläne, Schnitte und Grundrisse runden die Planungshilfe für Baumeister wie Bauherren mit Ambitionen ab. Wie man sieht, kann ein Entwurf  durchaus „behutsam mit dem städtebaulichen Kontext in Einklang gebracht werden". Und ein  Einfamilienhaus bedeutet nicht zwangsläufig „Alleine-Wohnen". 

Was aber, wenn das "Traummodell Eigenheim" zum „Auslaufmodell" wird?

Die Inanspruchnahme unbebauten Landes in der Bundesrepublik hat sich zwar von 100 Hektar (wie noch vor Kurzem) auf „nur" noch 77 Hektar reduziert – pro Tag. An diesem Flächen- und Ressourcenverbrauch aber ist auch das Einfamilienhaus beteiligt. Aber man kann es auch so sehen: Wenn „die Herstellung eines Hauses immense Energie vernichtet oder richtiger: in gebaute Materie einlagert, dann sind vorhandene Häuser großartige Energiequellen". Darüber, so „Baumeister"-Herausgeber Wolfgang Bachmann in seinem Vortrag "Einfamilienhaus - Aus der Traum?", lohnt es sich nachzudenken. Statt „Abreißen, neu bauen!" lieber „Umbauen oder anbauen!": Der Trend heißt eindeutig „Weiterbau im Bestand". Diese Tendenz gilt auch für den Raum Bad Dürkheim. Ergänzend zu dieser international angelegten Ausstellung stellten daher zwei Architekturbüros aus der Region - Jochen Ziegler (Bad Dürkheim) und Erwin Becker (Neustadt) - drei interessante (Umbau-)Projekte vor: einen "revitalisierten" barocken Winzerhof in Forst, zwei denkmalgeschützte Hofanlagen in Wachenheim sowie das Hotel im Weinhaus Henninger in Kallstadt. 

Heidi Gronegger

 

Die Preisträger 2012

1. Preis

Daniele Marques (Luzern)

Marques Portrait be Marques Cover Bild Buch

 

Sonderauszeichnung

2b architectes, (Lausanne)

 

Auszeichnungen

Karin und Otto Brugger (Bartholomäberg)

Dänzer & Poensgen (Nettersheim-Marmargen)

e2a eckert eckert architekten (Zürich)

L3P Architekten (Regensburg)

 

 Planungshilfe für Architekten wie Bauherren

Pehnt Bachmann HdJ-2012

Wolfgang Pehnt / Wolfgang Bachmann

"Häuser des Jahres - Die 50 besten Einfamilienhäuser 2012"
2012. 272 Seiten, 607 farbige Abbildungen und Pläne
23 x 29,7 cm, gebunden mit Schutzumschlag
€ [D] 59,95; € [A] 61,70; sFr. 79,00
ISBN 978-3-7667-1973-7

www.callwey.de
www.baumeister.de
www.buecher-frank.de

Homepage zum Wettbewerb 2013
http://haeuser-des-jahres.com

 

Das Innenleben der Häuser

 

bachmann drinnen cover

"Drinnen" versammelt Beobachtungen, die in einer seriösen Kritik niemals stehen würden. Der Autor beschreibt das Innenleben von Häusern, nachdem sie ohne die professionelle Aufmerksamkeit von Architekten und Designern den Nutzern überlassen bleiben. Er erinnert an Zumutungen, Veränderungen, Zweckentfremdungen – und vermittelt mit hilfreichem Spott zwischen den Fachleuten und dem wirklichen Leben. »Die Königsdisziplin ist meiner Meinung nach die thematisch streng festgelegte Kolumne. So, wie Wolfgang Bachmann sie schreibt. Bachmann verfasst Architekturkolumnen, Texte über Gebäude und Räume. Ich halte es für geradezu tollkühn, Gebäuden und Räumen regelmäßig komische, unterhaltsame oder feuilletonistische Aspekte abgewinnen zu wollen. Aber Wolfgang Bachmann gelingt es. Er nimmt sich die Telefonzelle vor, die Garage, das Gästeklo oder den Beichtstuhl. Und ihm gelingt das, was eine gute Glosse und eine gute Kolumne seit jeher ausmacht – er öffnet die Augen. Seit ich es bei ihm gelesen habe, ist mir überhaupt erst bewusst geworden, dass in jedem Gästeklo, fast jedem, auf dem kleinen Handwaschbecken ein Seifenspender steht, und dass dieser Seifenspender bei nahezu jedem Handwaschvorgang in das Handwaschbecken hineinfällt.«                                                                                                                    

Harald Martenstein                                                                                                                      

"Drinnen" begann 2011 als Kolumne in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung und wurde vom Autor als "Baumeister"-Blog fortgesetzt.

 

Wolfgang Bachmann

„Drinnen. 77 Beobachtungen zwischen Tür und Angel"
Mit einem Vorwort von Harald Martenstein
Hagen-Berchum: Eisenhut Verlag, 1. Auflage, 2013, 162 Seiten, Broschur, EUR 12,90

http://eisenhutverlag.wordpress.com

Vita

Dr. Wolfgang Bachmann verweilte sich nach dem Architekturstudium mit einer Dissertation und fand danach einige Jahre Unterschlupf in Architektur- und Ingenieurbüros. Dort konnte er sich nie entscheiden, was er aus den ganzen Fachzeitschriften abkupfern sollte, entlief deshalb als Redakteur zur „Bauwelt" in Berlin und ist seit 1991 beim „Baumeister" in München. Zunächst als Chefredakteur, seit 2011 als dessen Herausgeber.

Wolfgang Bachmann

 

Bildergalerie


Fotos: © Entnommen dem Buch "Häuser des Jahres - Die 50 besten Einfamilienhäuser 2012", Callwey Verlag München


 

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