All IN

RZ Einladung

3. JAHRESAUSSTELLUNG 2013

Sonntag, 18.08. bis Samstag, 31.08.2013, Burgkirche Bad Dürkheim


 

Alle sechs sind mit der "Offenen Werkstatt" verbunden, fünf von ihnen begannen als Kinder oder Jugendliche hier ihre künstlerische Laufbahn. Sie haben Kurse besucht oder selbst Kurse geleitet, sich unterschiedlichste Techniken angeeignet und Mappenkurse belegt, die Voraussetzung für ein Kunststudium. Dazu hat der Sechste - Initiator und langjähriger Leiter der "Offenen Werkstatt" - quasi das Fundament gelegt. Zum 40-jährigen Jubiläum der "Offenen Werkstatt" stellte der Kunstverein Bad Dürkheim sechs Beispiele vor, die zeigen, wie erfolgreiche Basisarbeit im Bereich Jugendkunstschule aussehen kann: Johanna Gieseler (Berlin), Walter Graser (Ulmet), Valentina Jaffé (Karlsruhe), Bernd Metz (Frankfurt am Main), Judith Ritter (Offenbach am Main) und Michael von Schönberg (Saarbrücken). 

 

Geburtstagsgeschenk der besonderen Art

Mit der Ausstellung "ALL IN" überreichte der Kunstverein Bad Dürkheim – 1979 hervorgegangen aus der „Offenen Werkstatt" – (s)ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk. Die Ausstellung anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der "Offenen Werkstatt" dokumentierte auf beeindruckende Weise, welche Früchte an einem Baum reifen, der sich jahrzehntelanger rührender Pflege und großen Engagements erfreut. Statt ihre Kinder zu fressen – wie bei Revolutionen oder richtungsweisenden Entscheidungen bisweilen üblich –, hat die „Mutter der Kulturarbeit" in Bad Dürkheim ihren Künstler-Nachwuchs konsequent aufgebaut und gefördert. Vor diesem  Beispiel erfolgreicher Kulturarbeit konnte der Kunstverein Bad Dürkheim – inzwischen zwar abgenabelt, aber eben auch kultureller Basisarbeit verpflichtet – natürlich nicht die Augen verschließen. Er will es auch gar nicht.

Zunächst war das Ergebnis der Dürkheimer Werkstatt-Arbeit unter dem Titel "mal so – mal so" im Abgeordnetenbüro von Manfred Geis in Mainz zu sehen. Eine bestechende Idee, die der Kunstverein Bad Dürkheim vor dem Hintergrund des Jubiläums gerne übernommen und sie Burgkirchen-tauglich gemacht hat. Schließt sich doch damit auf geniale Weise der Kreis: Emanzipiert und mit jeweils ganz eigener Handschrift kamen fünf junge Künstlerinnen und Künstler nach Bad Dürkheim zurück, an den Ort, an dem für sie alles angefangen hat. Zu verdanken – und jetzt bin ich beim sechsten Künstler, dem „Spiritus rector" oder „Vater des Gedankens" – haben sie dies letztlich Walter Graser.

Besteht die Daseinsberechtigung des Kunstvereins Bad Dürkheim nicht in der Kunst, die Kunst in der Bevölkerung breit zu verankern? Sie zu einem selbstverständlichen Element des Lebens werden zu lassen - gleichberechtigt neben allem, was die Dürkheimer sonst noch zu einem lebendigen Kulturleben brauchen? Ich denke ja! Denn Kunst will möglichst viel Kontakt mit Menschen, und sie braucht ihn auch. Von daher war diese Ausstellung mehr als nur ein Brückenschlag zwischen Kunstverein und „Offener Werkstatt". Sie hat – nein: sie ist auch eine Botschaft, die da heißt: Lasse dich frühzeitig ein, habe den Mut zur eigenen Handschrift, suche dir deinen eigenen (künstlerischen) Weg, auch wenn er bisweilen steinig ist! In diesem Punkt – und ich riskiere, dies zu sagen, ohne Rücksprache zu halten – arbeiten Kunstverein und „Offene Werkstatt" noch immer Hand in Hand. Jeder auf seine Weise

Heidi Gronegger

Vorsitzende Kunstverein Bad Dürkheim e.V.

 

 Vortrag: "Grenzübertritte"

Dienstag, 27.08., 2013, 19.30 Uhr, "Haus Catoir"

„Kulturforum Pfalz" der Friedrich-Ebert-Stiftung

Referentin: Mechthild Eickhoff

"Grenzübertritte. Was die Kunst in der Bildung zu suchen hat und umgekehrt"

Mechthild Eickhoff ist Dipl. Kunstpädagogin, Leiterin der U 2_Kulturelle Bildung im Dortmunder U, ehemalige Geschäftsführerin des Bundesverbands der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen, bjke e.V.

 

VoN Kuchenkopf, Häkelkreisen und 3D-Konturen

Johanna Gieseler / Berlin

Gieseler


1991 in Bad Dürkheim geboren und dort aufgewachsen. Lebt und studiert in Berlin.

2010 machte sie ihr Abitur am Werner Heisenberg Gymnasium Bad Dürkheim, dem sich ein Auslandsjahr in Ozeanien anschloss. 2011 begann sie ihr Industriedesign-Studium an der Universität der Künste Berlin.

Von klein auf in der „Offenen Werkstatt" aktiv, ist Johanna Gieseler ein echtes „Werkstattkind". Zuerst als Teilnehmerin verschiedenster Kurse, später als Kursleiterin selbst, kam sie schon sehr früh in Kontakt mit Kreativarbeit der verschiedensten Art. Sie lernte nicht nur verschiedene Berufe aus diesem Bereich kennen, sondern auch grundlegende Techniken und Materialien. Diese Erfahrungen konnte sie nahtlos in ihr Studium einbauen, dessen Reiz für sie unter anderem in der Verbindung von wissenschaftlich-technischem und künstlerisch-handwerklichem Arbeiten besteht.

„Die von mir ausgestellten Objekte und Konzepte präsentieren einen Querschnitt aus meinen ersten vier Semestern an der Universität der Künste Berlin. Industriedesign beschäftigt sich mit Konzeption, Entwicklung und Gestaltung industriell hergestellter Gegenstände. Die Berufsfelder des Designs sind jedoch keine Territorien mit starren Konturen. Die im Grundstudium behandelten Themen und Techniken reichen daher vom Erlernen handwerklicher Grundlagen über Visualisierung und Darstellung von Konzepten hin zum Umgang mit Code, 3D Druck und CNC-Fräse, mit der komplexe dreidimensionale Strukturen erzeugt werden können. Was mich im Moment besonders interessiert: die Gestaltung von Outdoor-Produkten – zum Beispiel Zelte und Rucksäcke – sowie der große Bereich des Interfacedesigns, d.h. die gestalterische Umsetzung von benutzerfreundlichen digitalen Objekten und Systemen."

„If you can ́t make it good make it big and if you can ́t make it big make it red."

Johanna Gieseler

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Gieseler Bilder

Walter Graser / Ulmet

Gieseler Geboren 1937 in Köln.
 Lebt und arbeitet in Ulmet.

Schulabschluss in Bad Dürkheim, im Anschluss Lehre als Schriftlithograph bei der Graphischen Kunstanstalt in Bad Dürkheim (1955). Volontärzeit als Gebrauchsgrafiker bei Alfred Metzger in Neustadt/Weinstraße. 1960-1962: Studium bei Professor Otto H. Gerster (Malerei, Illustration, Wandgestaltung) an der Kölner Werkschule. Ab 1962: Freischaffender Künstler in Birkenheide/Pfalz. Zusammenarbeit mit dem Vater, dem Plastiker Ernst Graser. 1960-1965: Schüler von Robert Erbelding, Maler und Grafiker in Waldmohr/Pfalz. 1965 wird Walter Graser Gründungsmitglied der Forschungsgruppe Welt-Kunst, einer Arbeitsgemeinschaft von Lehrern und Künstlern zum Thema „Dinglose Kindermalerei". Die Ergebnisse wurden in Ausstellungen (Ludwigshafen/Rhein, München, Landau, Kaiserslautern) gezeigt. 1967-1972: Kurse für Kindermalerei im „Haus der Jugend" in Ludwigshafen/Rhein. 1969-1977: Lehrer für Bildnerisches Gestalten am Gymnasium Grünstadt/Pfalz. 1973-1983: Gründer und Leiter des Kreativzentrums „Offene Werkstatt" in Bad Dürkheim. Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und Frankreich, Wandgestaltungen, Glasfenster und Brunnen (z.B. am Bahnhofsplatz Bad Dürkheim) an zahlreichen privaten und öffentlichen Gebäuden.

„Da es für mich keine feste Form gibt, sondern nur Prozesse, versuche ich dieses Geschehen in mir in Material zu gestalten. Es wird sichtbar.
Es gibt keine Kunst – es gibt nur von Menschen umgeformtes Material. Diese Gestaltung hat eine Wirkung auf Menschen. Daraus entsteht eine Verantwortung für den Gestalter."

Graser über Graser:
Ein Leben leben = Weiß gegen Schwarz – nicht Schwarz auf Weiß = Bilder machen Menschen – nicht Menschen machen Bilder.

Walter Graser

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www.waltergraser.de
Graser Bilder

Valentina Jaffé / Karlsruhe

Gieseler 1990 in Bad Dürkheim geboren und aufgewachsen. Lebt und studiert in Karlsruhe.

Abitur am Werner-Heisenberg-Gymnasium (2010). Ein Semester Psychologie und Medienkulturwissenschaften in Freiburg. Dann Studienabbruch, da sie feststellt, „dass es mich zu sehr zur Kunst hinzieht". Anschließend Mappenkurs in der „Offenen Werkstatt" Bad Dürkheim. Seit 2011: Studium an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (Kunsterziehung Malerei/Grafik) bei Professor Ernst Caramelle.

„Bereits in meinem 9. Schuljahr habe ich ein zweiwöchiges Praktikum in der ‚Offenen Werkstatt' gemacht. Nach dem Abitur war ich noch einmal acht Wochen als Praktikantin dort. Später – als Vorbereitung auf mein Studium und die Eignungsprüfung – habe ich den Mappenkurs
belegt. Ich habe in der ‚Offenen Werkstatt' zahlreiche Kurse besucht und unterschiedlichste Techniken erlernt, dabei standen mir Bettina, Martina, Karin und Christine Proske mit Rat und Tat zur Seite. Für mein Studium sind diese Erfahren oft sehr hilfreich. Während meiner Praktikantenzeit hat mir besonders die Kinderbetreuung bei der ‚Offenen Arbeit' viel Freude gemacht."

Zentraler Aspekt von Valentina Jaffés Arbeiten: das Sichtbarmachen von Bewegung und Emotion. Linien sind hierbei die Spuren ihrer Gestik, gesteuert durch ihr eigenes motorisches Prinzip und ihren geistigen Zustand. Ihre Motive setzen sich aus Farbflächen und Linien zusammen und erinnern oft an pflanzliche und tierische Wesen. Besonders die Unterwasserwelt findet sich häufig in ihren Bildern: „An diesem außergewöhnlichen Teil unserer Erde faszinieren mich besonders das Unerforschte und die Andersartigkeit, die mir das Spielen mit der Realität ermöglichen. Hierbei sind Strukturen, Oberflächen und organische Formen von großer Bedeutung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Transparenz, die diesen Punkt unterstreicht. Durch Überdeckung oder gefüllte Flächen erhalten meine Bilder etwas Märchenhaftes und Unwirkliches. Die Aquarelltechnik ist daher bestens für meine Arbeit geeignet und begeistert mich durch ihre Leuchtkraft, Transparenz und Vielseitigkeit sowie den nicht immer steuerbaren Farbfluss. In meinem Werkprozess reagiere ich immer wieder neu auf dieses Zusammenspiel von Linien, Flächen und Farben. So entsteht (m)eine neue Wirklichkeit. Ich sehe die Elemente in meinen Arbeiten wie Noten, die ihre eigene Melodie bilden."

Valentina Jaffé

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Gieseler Bilder

Bernd Metz / Frankfurt am Main

Gieseler Geboren 1979 in Landau/Rheinland-Pfalz. Lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Frankfurt am Main.

Studierte Kulturwissenschaften an der Goethe Universität, Frankfurt sowie Kunst und Philosophie an der Universitat Autònoma de Barcelona in Spanien. Die Zeit als Zivildienstleistender in der „Offenen Werkstatt" (2003) haben Bernd Metz als bildenden Künstler und Kurator nachhaltig geprägt. Seine künstlerische Auseinandersetzung beleuchtet Zusammenhänge gesellschaftlicher Erscheinungen und hinterfragt die Wahrnehmungsmuster sozialer Konstruktionen und Phänomene. Ihre Umsetzung finden diese Überlegungen vorwiegend in Rauminstallationen und Plastiken, aber auch Fotografien.

Bernd Metz war bei zahlreichen Ausstellungen vertreten (Auswahl): aarte urbano vs. cubo blanco, ministerio de educación y cultura, Montevideo, Uruguay (2008), Bild Medien Raum Transfer, Forum Wissenschaft + Kunst des Hessischen Ministeriums, Wiesbaden (2009), Grenzlinien-Borderlines – Kultursommer Rheinland-Pfalz, Mainz (2010), „Ich und die Geister", Die Fabrik, Frankfurt, Biennale der Lichtkultur - Luminale, Zeilgalerie, Frankfurt (2012), neue studiogalerie, Frankfurt (2013), Fundamental Ephemeris, BronxArtSpace, New York (2013) oder II. International Istanbul Triennial, Cumhuriyet Art Gallery Taksim, Istanbul (2013).

Anselm Schenkluhn, ein Frankfurter Künstlerkollege, schrieb 2011: „Bernd Metz entwickelt Verbindungen zwischen dem klaren Einsatz von Material und Komposition, einer minimalistischen Formsprache und dem konzeptionellen Einbezug sowohl kunstimmanenter als auch darüber hinaus reichender Diskurse, die ein Spannungsfeld zwischen kulturwissenschaftlichen Perspektiven und der konkreten künstlerischen Äußerung sowie deren Kontextualisierung eröffnen. Die Suche nach den Systemen in den uns umgebenden gestalteten und gelebten Räumen führt so nicht nur über den aufklärerischen Pfad des Sichtbar-Machens existierender oder angenommener struktureller Gegebenheiten. Gerade durch ihre Übersetzung in eine reduzierte und abstrahierte Bildlichkeit erfährt sie eine von feinen poetischen und subjektiv deutenden Momenten durchzogene Qualität."


Bernd Metz

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www.bmetz.de

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Judith Ritter / Offenbach am Main

Gieseler Geboren 1978 in Bad Dürkheim. 
Lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Offenbach am Main. 

„Als Kind habe ich in den frühen 80er Jahren viele Angebote der ‚Offenen Werkstatt' wahrgenommen: Vom Körbe flechten fürs Osternest, über das Erlernen kunstvoller Batiktechniken bis hin zu meinem geliebten und jahrelang praktizierten Töpfern." Erst als sie zum Studium in eine andere Stadt zog und dort nach einem ähnlichen Ort suchte, erkannte sie, „wie speziell diese wunderbare Institution in Bad Dürkheim ist".

Nach mehreren erfolgreichen Wettbewerben (u.a. "Jugend gestaltet" des Künstlerbundes Rhein-Neckar) studiert Judith Ritter Kommunikations-Design in Darmstadt, es folgt ein halbjähriger Aufenthalt in Paris (Professor Justus Theinert). 2006 das Diplom. 2006 gewinnt sie mit dem Animationsfilm „Planet C.A.M.E.L." den mit 10 000 Euro dotierten „Camel Award". Nach Jahren freier Arbeit im Ruhrgebiet und Ausstellungen in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Sylt dann der Wechsel: Studium der freien Kunst bei Prof. Manfred Stumpf an der Hochschule für Design (HfG) Offenbach. Beteiligung u.a. an den Projekten „Kunst am Bau: Märchen der Gebrüder Grimm" der neuen Staatsanwaltschaft Hanau (2012) und an der Installation zur Eröffnungsveranstaltung der „Luminale 2012" in Frankfurt am Main. Seit 2012 erschließt sich Judith Ritter neben Zeichnung, Video- und Objektarbeiten das Schreiben als weiteres Ausdrucksmittel. Mai 2013: Sie performt erstmalig ihr Lesestück „Belike never was" zur Eröffnung der Ausstellung „Tie Break" von Laura Baginski und Manfred Stumpf in der Oberfinanzdirektion, Frankfurt am Main.

Die Arbeiten von Judith Ritter beschäftigen sich mit dem Wechselspiel des Innen und Außen der menschlichen Erlebniswelten und – damit einhergehend – der Entstehung von Identität und Beziehung. Ihr Fokus liegt dabei auf der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Frau in dieser Gesellschaft. Das Video „Lucid Dream of Pink", das auch in der Ausstellung zu sehen ist, zeigt auf tragikomische Weise, wie das starre Verfolgen eines fremdbestimmten Ideals die Erfahrung lebendiger Schönheit verhindert.

Judith Shu Ritter

www.judith-ritter.com

www.facebook.com/Judy.Goldstroem

Gieseler Bilder

Michael von Schönberg / Saarbrücken

Gieseler Geboren 1990 in München. Lebt und studiert in Saarbrücken.

Grundschule Kleinkarlbach und Pullach a.d. Isar (1997-2001), Werner-Heisenberg-Gymnasium Bad Dürkheim (2001-2010). Abitur 2010. Anschließend Zivildienst in der „Offenen Werkstatt" Bad Dürkheim sowie Radierpraktikum bei Gerhard Hofmann und Buchbinderpraktikum bei Brunhilde Reiß. Seit 2011 Studium der Freien Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar.

„Ich hatte schon immer eine Affinität zur Kunst, habe jedoch lange mit mir gerungen, ob ich tatsächlich ein Kunststudium aufnehmen soll. Die Brotlosigkeit meiner Kunst war dabei einer der Haupthinderungsgründe. Letztlich hat mein Zivildienst in der ‚Offenen Werkstatt' dazu geführt, dass ich mich aufgrund der intensiven Beschäftigung mit künstlerischen Techniken doch zu einem Kunststudium durchringen konnte. Damals sah ich mich als eine Art Verfechter der klassischen künstlerischen Techniken (Radierung, Holz, Stein). Auch wenn ich in meiner eigenen Arbeit immer noch großen Wert auf handwerkliche Fähigkeiten lege, so habe ich mich doch von fast allen klassischen Materialien entfernt und bin gerade dabei, unterschiedlichste Medien und Techniken zu erproben. Mein Fokus liegt vor allem auf interaktiven, performativen oder aus sich heraus prozessualen Arbeiten (wie z.B. das Arbeiten mit verderblichen Materialien wie einem Kuchenkopf, deren Verfallsprozess ein integraler Bestandteil der Kunstwerke ist). Auch erforsche ich den Körper bzw. die Identität selbst als künstlerisches Medium. Was das angeht, stehe ich allerdings erst am Anfang."

Bei Michael von Schönbergs Arbeiten geht es „primär um Identität und im Speziellen um die Paradoxien, die ihr innewohnen. Um die Dialektik, die in ihrem Wesen intrinsisch, d.h. aus einem inneren Anreiz heraus angelegt ist. Die analytische Zerlegung meiner eigenen Identität bildet hierfür die Grundlage. Meine Arbeit ist so automatisch eine subjektive, nach innen gewendete Kunst. Dennoch glaube ich, allgemeine Problematiken und Fragenstellungen zu behandeln, die auch für andere relevant sind und ein gewisses Identifikationspotenzial bieten". 

Thema seiner, in der Ausstellung vorgestellten Arbeiten: „Die Kindheit, rein und unschuldig, sowie ihr Verfall samt dessen Perversion, Hass, Zynismus sowie die Wut darüber, dass im Kindheitsideal ihr Verlust schon enthalten ist. ‚Doch was nützen die Tränen über verschüttete Milch, denn der Name dieser Komödie lautet ‚Friss oder Stirb'."

Michael von Schönberg

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